Aengenescher Totenlisten



Bei diesen beiden Totenlisten handelt es sich nicht um offizielle Register, möglicherweise dienten sie dem Pfarrer, bzw. Küster für die Jahresgedächtnisse. Genau lassen sie sich nicht datieren, da aber Namen der Gründungsmitglieder von Aengenesch auftauchen, dürften die Listen älteren Datums sein und 1577 von Ludolph Lobbrick, der in den 70er Jahren des 16. Jahrhunderts tätig war, neu geschrieben worden sein.

Wahrscheinlich wurden diese Leute rings um die Kirche von Aengenesch1 beerdigt, 1926 wurden bei Ausschachtungsarbeiten noch ettliche Gebeine gefunden. Die Angaben in eckigen Klammern [ ] stammen vom Autor Wilhelm Wüsten2.
 

Totenliste Nr. 1 [f. 55/6]

Libellus nominum defunctorum aengen Eyschen = Verzeichnis der Namen der Aengenescher Toten.
Item mynen willigen Deynst ... in goedes naemen.

Her Johan van alpen ridder
joncker Henrick van Binsuelt
Sander [Alexander] van der empel
Jan van der Empel
Elisabeth van der Empel
Jan van boedberch, feien [Sophie] uxor
Thys van lobbrick
Gryt sin Hoysurou (Hausfrau?)
Loff ingen syp
Styn sin Hoysurou
peter swaen[en = bernum] Trin uxor
Griht te Langendunk
Henrick ingen stoyff
Beel sin Hoysfrou
Gryt te kollick
Jan wyermans
Lia sin Hoysfrou
Thys ingen stoeff, alit uxor, tem[pore] paschen = zur Osterzeit
Aryntgen clompertz, de isto custos nihil = für ihn kriegt der Küster nichts
Derrick ter Horst
Hees [Hester] sin Hoysfrou
Peter ter Horst
Met claes
Jan oppe Camp [der Mitbegründer]
Hyl [Hilde] sin Hoysfrou
Tryn oppe Camp
Met [Mathilde] op gen Hornum
P[eter?] ingen Heis[ken oder ter?]
Gerit aengen eynt
Lys sin Hoysfrou, Herman filius [sein Sohn]
Thys te berenbroeck
Hees sin Hoysfrou
Jan hartich, Gryt sy Hoysfrou, post nativatatem Dni = vor Weihnachten
Gys te bernum
Eua syn Hoysfrou
Gerit in gen Haster, visitatio ... [Heimsuchung]
Derick layerts [?] toe martini
Ingel [Angelus = Engel oder Engelbert] Langenyns [?] to Anthonii = 17. Januar
Henrich aen gen eynt
Jan te kollick [55?]
martenn van Lobbrick kerckmeister barbara synn Hoysfrou
Loeff [d. Abschreiber selbst], Mathis, Johan ende Arnoldt, ore Kinder [hier sieht man die Ergänzung bis 77 deutlich]
 


Totenliste Nr. 2 [f. 57/8]

Her Jan van Alpen ridder
Joncker wyllem van bathenberch
Joncker Henrick van bynsuelt
Daem [Adam] van der Horst et uxor [seine Frau]
Jan van der Horst, Elizeth uxor
Daen vab der Girst
Joffer Jan syn dochter
jan zemen et uxor
Wolter van Asselt et uxor
Henrick van engelsum
Elizabet van der empel
Derick ingen beredonk, Styn uxor
Gart ingen berendonk
jan van der empel
Sander van der empel
Henrick van Wyenhorst
Joffer jan [?] syn husfrou
Henrick van wyenhorst hoer zoen
Wolter van den bongart
Derick van den bongart hor zon
Derick van den bongart
Alet [Adelheid] syn husfrou
Herman van den bongart
Joffer mary van den parlo
Margriet van den bongart
jan van engelsem cum pueris [mit seinen Söhnen (wörtlich: mit den Kindern)]
tryn uxor
Jan van bellichauen [= v. lobbrick]
Joffer Alet van bellichauen cum pueris
wyllem van der leuwen
Lutger oppen beech [van beek]
Grytken van der horster, jans dochter van der horst
peter aengen endt
Gyss [Gisbert, Gieselher], Alet uxor
Harman aengen ende
Gryt syn husfrou
Hyl filia [Tochter], Alet filia
Geryt holtmans s[o]fey syn Husfrou cum pueris
Gerit in gen kykenym [= kickerom]
Gryet uxor
Deryck claes, styn filia
lueff [Ludolph] claes, met claes
Harman siccel. Alet uxor
Jacob sickelenbrugen, bell uxor
peter hax, Gryet hax
Hyl oppen cam, lyss oppsn camp
jan oppen kamp [ein Mitbegründer]

Am Schluß: per me Ludolphum Lobbrick rescriptum anno 1577 [?]. Orate pro inuicem ut saluemini [durch mich, Lud. Lobbrick, neu geschrieben, i. J. 1577. Betet füreinander, daß ihr gerettet werdet].
 



Historisches3

:

Um das Jahr 1430 wurde in einer Esche ein Madonnenbild gefunden. An dieser Stelle wurde eine Wallfahrtskapelle gebaut, die am 3. Juli 1431 vom Kölner Weihbischof Konrad von Arnsberg eingeweiht wurde. Der Name Aengenesch leitet sich von "An der Esche" her und entstand erst nach dem Bau der Kapelle. Der Ort entwickelte sich seitdem zu einem besonders bei den Menschen aus der näheren Umgebung beliebten Wallfahrtsort. Jährlich kommen knapp 1000 Wallfahrer in den kleinen Ort.

Der Legende nach wurde das Madonnenbild von Einwohnern der Bauernschaft Boeckelt gefunden, die seit geraumer Zeit eine eigene Kirche wünschten. Sie verbrachten die Madonna zu einem zentraler gelegenen Hof, aber die Madonna verschwand und tauchte immer wieder in der Esche auf, bis die Bauern diese als Standort der Kirche akzeptierten. Ebenso verhielt es sich, als das Bild in die Kirche nach Winnekendonk verbracht wurde: binnen kürzester war es wiede an Ort und Stelle in Aengenesch.

Obwohl er sich rein rechtlich gar nicht im Besitz der Kapelle zu Aengenesch befand, "schenkte" Herzog Arnold von Egmont sie dem Karmeliterkloster zu Geldern.



Weiterführende Informationen

:

1 Aengenesch
2 Wilhelm Wüsten, Notizen zur Geschichte von Capellen und Aengenesch, S. 235.
3 Historisches zu Aengenesch

 


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